Sprachmodelle sind gekommen, um zu bleiben. Ohne Zugang zu Unternehmenswissen bleiben sie allerdings blind für das, was im eigenen Haus zählt.

Das Model Context Protocol (MCP), im November 2024 von Anthropic vorgestellt, regelt diesen Zugang. Es ist ein offenes Protokoll, über das ein Sprachmodell bei einer Anfrage gezielt auf externe Quellen zugreift, etwa CRM-Systeme, Datenbanken oder Dokumentenspeicher.

Das Modell selbst bleibt dabei unverändert. MCP stellt Daten und Werkzeuge im Moment der Anfrage bereit, ohne dass dafür ein Modell neu trainiert werden muss. Ob übermittelte Inhalte beim Anbieter gespeichert oder später für das Training verwendet werden, regelt allerdings nicht das Protokoll. Das bestimmen Anbieterbedingungen, Vertrag und Konfiguration, und genau dort gehört es vor dem Einsatz geprüft.

Wie es funktioniert

MCP-Server stellen Informationen aus internen Systemen über einheitliche Schnittstellen bereit. Das Modell erkennt, welche Information ihm fehlt, fragt gezielt nach und baut die Antwort in seine Ausgabe ein.

Wo es hilft

  • Assistenzsysteme für Mitarbeiter
  • Analyse von Verträgen, Richtlinien oder Kundenanfragen
  • Entscheidungsunterstützung mit Zugriff auf Compliance- oder Finanzdaten
  • KI in Vertrieb und Service mit Daten aus dem CRM

Für das Dokumentenmanagement ist das besonders interessant. Ein ECM mit MCP-Schnittstelle wird für KI-Werkzeuge direkt ansprechbar, solange dabei die Berechtigungen des anfragenden Nutzers gelten.

Was sich seither getan hat

Im April 2025 habe ich bedauert, dass MCP fast nur von Anthropic unterstützt wird, und mir gerade von europäischen Anbietern mehr Engagement gewünscht. Seither ist viel passiert. OpenAI, Google und Microsoft unterstützen MCP, und im Dezember 2025 hat Anthropic das Protokoll an die neu gegründete Agentic AI Foundation unter dem Dach der Linux Foundation übergeben. MCP ist damit zu einem Standard geworden. Der Wunsch nach europäischen Lösungen, die darauf aufbauen, bleibt.